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625. ABTREIBUNG – Recht oder Unrecht?

Sonntag, 14. Januar 2018 | Autor:

Liebe Blogbesucher,

das Thema Abtreibung bzw. Morden ist eine sehr traurige Geschichte. Nicht nur in Deutschland sondern weltweit. Man geht davon aus, dass jährlich über 52 Mio. Menschen – die von Gott gewollt und geliebt sind – im Mutterleib getötet werden.

Ich zitiere aus der Webseite Zeltmacher: …was der Mensch sät, das wird er ernten. Die Deutschen haben seit 1974 etwa acht Millionen mal entschieden, ihren Nachwuchs schon im Mutterleib zu töten. Nun müssen sie sich sorgen, wie ihre Gesellschaft fortbestehen, wer in Zukunft ihre Rente bezahlen und wie wirtschaftliches Wachstum ohne kaufende Menschen funktionieren soll. Die Gesellschaft überaltert und Deutschland schafft sich ab – mit oder ohne Migration.

Mehr braucht man zu dieser Thematik glaube ich nicht mehr zu sagen.

 

Ich bedanke mich bei der Herold Redaktion für die Genehmigung diesen Beitrag hier veröffentlichen zu dürfen.

 

Man mag es kaum glauben, doch einige der Menschen, die befürworten, dass die Entscheidung für oder gegen eine Abtreibung allein im Ermessen der schwangeren Frau läge, versuchen sogar, dies auf Grundlage der Bibel zu rechtfertigen. Ihr Argument lautet, dass die Bibel kein Wort über Abtreibung verliere. Allerdings ist dies ein riesiger Irrtum, denn die Bibel verbietet mehrfach und sehr ausdrücklich das Töten Unschuldiger (siehe z.B. 2.Mose 20,13). Und die Bibel erklärt unmissverständlich, dass Ungeborene menschliche Wesen sind, die es zu beschützen gilt (vgl. 2.Mose 21,22-25).

Hiob beschreibt auf sehr eindrückliche Weise, wie Gott ihn im Leib seiner Mutter geschaffen und geformt hat (vgl. Hiob 10,8-12). Was sich dort im Bauch von Hiobs Mutter befand, war kein Zellklumpen oder ein unpersönliches Etwas, aus dem einmal Hiob werden sollte, es war Hiob. An den Propheten Jesaja gerichtet sagt Gott: „So spricht der HERR, der dich gemacht und von Mutterleib an gebildet hat, der dir hilft“ (Jes 44,2). Das, was uns als Menschen ausmacht, werden wir nicht erst irgendwann, wir sind es bereits im Mutterleib!

In Psalm 139,13-16 wird uns ein wundervolles Bild davon gemalt, wie Gott in der Erschaffung und im Wachstum eines jeden von uns aktiv ist. Dort lesen wir, dass Gott Davids Nieren und Gebeine, also seinen Körper, im Mutterleib gebildet hat. Kein Mensch, ganz gleich von welcher Herkunft und von welcher körperlichen oder geistigen Beschaffenheit, ist ein Zufallsprodukt, sondern wurde von Gott persönlich erdacht, geschaffen und gebildet. Ja selbst jeder Tag in unserem Leben – auch die zukünftigen – ist ein Teil von Gottes Plan (vgl. Ps 139,16).

Meredith Kline stellte fest: „Es gibt schlichtweg keine biblische Begründung für eine Abtreibung. Der Grund, weshalb wir jedoch kein Verbot im mosaischen Gesetz finden ist, dass eine Abtreibung für eine jüdische Frau der damaligen Zeit undenkbar war, was ein Verbot völlig unnötig machte. Zudem sagt Gott sehr deutlich: „Du sollst nicht töten“ (2.Mose 20,13), was als Verbot völlig ausreichte. Für jeden Juden damals war klar, dass ein ungeborenes Kind eben auch ein Mensch ist, und somit durch dieses eine Gesetz geschützt war. Und wenn wir ganz ehrlich sind: Uns ist dies genauso klar, wie den Menschen damals. Wir wissen alle, dass eine schwangere Frau ein Kind in sich trägt. Jedes Kind im Mutterleib ist ein Geschöpf Gottes und ein Teil von Gottes Plan.

Es ist keine Frage, dass die Begriffe Säugling oder auch Heranwachsender von einem menschlichen Wesen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien sprechen; dasselbe trifft auf Embryos und Föten zu. Es ist schlichtweg wissenschaftlicher Schwachsinn zu behaupten, dass ein menschlicher Embryo oder ein Fötus nicht menschlich wären, nur weil sie sich in einem früheren Entwicklungsstadium befinden als ein Kleinkind. Ansonsten könnte man auch behaupten, dass ein Säugling kein menschliches Wesen wäre, nur weil er noch nicht so weit entwickelt ist wie ein Jugendlicher. Oder sollten wir etwa immer menschlicher werden, je mehr wir heranwachsen? Wenn das so wäre, dann wäre ein Erwachsener mehr Mensch als ein Kind. Im Gegenzug wird auch etwas nichtmenschliches nicht dadurch menschlich oder menschlicher, dass es älter oder größer wird. Menschen sind von Beginn an Menschen und ihr Recht zu leben beginnt nicht erst ab einem gewissen Alter oder einer gewissen Größe, denn schließlich sind Kleinkinder nicht weniger lebenswert als ihre Eltern.

Wenn wir erst einmal akzeptieren, dass Ungeborene vollwertige Menschen sind, dann stellt sich die Frage nach ihrem Recht zu leben erst gar nicht – ganz gleich auf welche Weise sie gezeugt wurden! Somit ist es Unrecht, einer Mutter zuzugestehen, über das Fortbestehen ihres Kindes zu entscheiden. Tatsächlich ist der häufigste Grund für eine Abtreibung heutzutage, dass ein Kind nicht zu dem Lebensstil der Mutter passt. Wäre es aber nicht das einzig Richtige, von einem Erwachsenen zu erwarten, dass er seinen Lebensstil ändert und sich vorübergehend einschränkt, wenn die einzige Alternative die wäre, ein Kind zu töten?

Abtreibungsbefürworter führen zu 99% Vergewaltigungen als Rechtfertigung für Abtreibungen an und gewinnen damit die Zustimmung der Gesellschaft. Sie erwecken den Anschein, als würde so gut wie jeder Abtreibung eine Vergewaltigung vorausgehen. Doch auch wenn dies so wäre, ist ein Kind dennoch kein verabscheuungswürdiges Produkt einer Vergewaltigung, sondern ein einzigartiges, wundervolles von Gott in Seinem Ebenbild erschaffenes Wesen. Das eigene Kind in den Armen zu halten wird für die Seele einer missbrauchten Frau doch wohl sehr viel gesünder sein als der Gedanke daran, dass ihr Kind in ihrem Körper sterben musste, um ihr über ein Trauma hinweg zu helfen.

Alan Keys, ein engagierter Abtreibungsgegner wurde einmal während eines Schulvortrags von einer 13-jährigen Schülerin gefragt, ob er denn keinen Unterschied machen würde, ob jemand ein Kind aufgrund einer Vergewaltigung abtreiben würde oder nicht. Er antwortete daraufhin: „Stell Dir vor, Dein Vater würde eine Frau vergewaltigen und wir würden dies erfahren. Wäre es dann gerecht von uns zu sagen: ‚Weil sich Dein Vater der Vergewaltigung schuldig gemacht hat, haben wir jetzt das Recht Dich zu töten.‘?“ Natürlich antwortete die ganze Klasse, dass dies unter keinen Umständen erlaubt wäre. Auf die Frage, warum man aber einem Mädchen, das so etwas Schreckliches wie eine Vergewaltigung erlebt hätte, zumuten sollte, das Kind dieses Vergewaltigers auch noch zur Welt zu bringen, antwortete Alan Keys mit einer Geschichte:

„Nehmen wir, an Du bist 19 Jahre alt und Dein Land befindet sich im Krieg. Und nun bist Du dazu verpflichtet, Dein Land in diesem Krieg zu verteidigen. So gibt es keine Wahl für Dich, ob Du in den Krieg ziehst oder nicht. Du bist verpflichtet zu gehen und dort dein Leben zu riskieren. In der Vergangenheit haben viele ihr Leben auf dem Schlachtfeld riskiert, haben Tag für Tag Kämpfe auf sich genommen und letztendlich ihr Leben verloren. Warum? Was haben sie verteidigt? Die Freiheit ihres Landes und die Sicherheit ihrer Familien! Dafür mussten sie sehr viel Leid auf sich nehmen, doch sie haben es stellvertretend für andere und für deren Freiheit getan!

Der Grund für Freiheit ist, dass wir von Gott gegebene Menschenrechte besitzen. Denkst Du daher, es ist falsch von einigen zu erwarten, dass sie Opfer bringen, um diese gottgegebenen Rechte zu erhalten? Allerdings wäre es falsch den Schmerz, den eine Vergewaltigung mit sich bringt noch zu verschlimmern; doch genau das geschieht, wenn ich in einem solchen Fall eine Abtreibung befürworte. Ich verschlimmere den Schmerz der Vergewaltigung, indem ich dieser Frau zusätzlich die Last der Abtreibung aufbürde. Denn was Gottes Gesetz fordert, ist in unsere Herzen geschrieben, das bezeugt unser Gewissen (vgl. Röm 2,15). Und eines Tages wird dein Gewissen darunter zerbrechen!

Daher finde ich, dass es weder dem Kind noch der Frau gegenüber gerecht wäre, dass beider Leben – das physische Leben des Kindes und das psychische der Mutter – dadurch zerstört werden. Unsere Gesellschaft begeht ein unglaubliches Verbrechen gegenüber vielen Müttern und Kindern, weil sie die Tötung Ungeborener toleriert. (Quelle: ProLife Info Digest, Februar 2000.)

David Reardon, Professor für Bioethik aus Amerika, hat mit einigen anderen Abtreibungsgegnern ein Buch veröffentlicht mit dem Titel „Victims and Victors“ (zu Deutsch: „Opfer und Sieger“). Darin berichten sie von 192 Frauen, die aufgrund von Vergewaltigungen schwanger wurden und als Folge dessen eine Abtreibung durchgeführt hatten. In dem Buch werden diese Opfer persönlich zu ihrer Haltung zur Abtreibung befragt. Ihre Antworten überraschen, denn sie sind ganz anders, als die meisten unserer Gesellschaft es erwarten würden: Fast jede der Frauen sagte, sie bereue es, ihr Kind abgetrieben zu haben, trotz der schrecklichen Umstände, durch die es gezeugt worden sei. Und mehr als 90% der Befragten sagten aus, sie würden anderen Opfern sexueller Gewalt davon abraten, eine Abtreibung durchzuführen. In anderen Fällen wurden Frauen befragt, die nach einer Vergewaltigung das Kind ausgetragen hatten, und nicht eine von ihnen bereute es.

Letztendlich ist die Tötung des unschuldigen ungeborenen Kindes, das während einer Vergewaltigung gezeugt wurde, ja keine Strafe für den Täter und auch keine Entschädigung für das Opfer der Vergewaltigung. Indem man ein zweites Opfer schafft wird das Leid des ersten Opfers nicht gelindert. Abtreibungen tragen nicht zur seelischen oder körperlichen Heilung von Vergewaltigungsopfern bei.

Jesu Jünger hatten nicht gewusst, wie wichtig Kinder in Gottes Augen sind. So lesen wir in Lukas 18 davon, dass einige Eltern mit ihren Kindern zu Jesus kamen, damit Er sie segnet, doch die Jünger wollten sie davon abhalten. Als Jesus dies sah, sprach Er zu den Jüngern: „Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn gerade für solche wie sie ist das Reich Gottes“ (V. 16). Hier erklärt Jesus ganz deutlich, dass Kinder keine Belästigung, sondern ein Teil seines göttlichen Reiches sind.

In Gottes Augen sind Kinder ein Segen und ein Geschenk Gottes (vgl. Ps 127,3-5). In unserer westlichen Kultur werden sie allerdings häufig nur als Verpflichtung angesehen. Wir müssen daher lernen alle Kinder so anzusehen, wie Gott sie sieht, und sie so behandeln, wie Gott es von uns erwartet. Nämlich indem wir das Recht der Schwachen und Waisen verteidigen, indem wir für die Bedürftigen und Schutzlosen einstehen und sie aus der Gewalt der Gottlosen befreien (vgl. Ps 82,3-4).

 

© Tabletalk magazine; Ligonier Minstries

Autor: Randy Alcorn ist Leiter des christlichen Missionswerkes Eternal Perspective Ministries.

Quelle: Herold Schriftenmission

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Thema: Zeitgeist

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